Trauer um Mama: Ein persönlicher Abschied
5 Monate ist es her das du einen plötzlichen Herztod hattest und 4 Monate ist es her, das du endgültig, von uns, gegangen bist.
Am 23.03.26 hatten wir vor zu telefonieren. Doch leider kam es nicht mehr dazu. Als ich dich zurück rufen wollte, erreichte ich dich nicht mehr. Von Vater und einer Betreuerin erfuhr ich dann, das du umgefallen bist und ins Krankenhaus gebracht wurdest. Man versuchte dich die ganze Zeit zu reanimieren, doch dies klappte erst im Herzkatheterlabor. Du warst mindestens 7 Minuten ohne Sauerstoff. Das bedeutete nichts Gutes. Ich wollte noch am selben Abend zu dir ins Krankenhaus, doch Vater untersagte es mir. Er meinte die Klinik möchte das nicht, was nicht der Wahrheit entsprach.
Am nächsten Tag fuhr ich in die Klinik und konnte mit dem leitenden Oberarzt sprechen. Ein sehr toller Mensch. Er klärte mich auf, was passiert ist und wie es nun weitergeht. Du hattest einen plötzlichen Herztod, lagst nun im künstlichen Koma und deine Prognose sah schlecht aus, da dein Gehirn zu lange keinen Sauerstoff hatte. Doch das komplette Ausmaß war noch nicht bekannt, da man Untersuchungen in gewissen Abständen machen musste. Ab da waren wir jeden Tag bei dir.
Am 3. Tag erfuhren wir, welchen Ausmaß es hatte. Dein Großhirn war stark hyproxisch. Du lagst im Koma und wirst nicht mehr aufwachen und wenn, dann wärst du bettlegerich, könntest nicht sprechen, nicht selbst essen oder dich irgendwie anders betun. Du hättest nur vor dich hinvegetiert. Außerdem wurden dein Krämpfe von Tag zu Tag schlimmer. Das ist doch kein Leben und das hättest du nicht gewollt. Ab dem Zeitpunkt war mir klar, ich lass dich nicht so liegen. Jedoch hattest du keine Patientenverfügung und das war ein Problem.
Bine und ich versuchten Vater darauf vorzubereiten, was nun kommt. Wir gaben ihm bis nach Ostern Zeit, sich von dir zu verabschieden.Auch deine Eltern waren der Meinung, wie Bine und ich. Wir wollten dich erlösen. Damit du nicht mehr leiden musst.
Trotzdem kam immer mal die Frage auf: Was wenn es ein Wunder gibt? Doch die Realität sah anders aus. Selbst als alle Medikamente abgesetzt waren, auch die Sedierung, du wurdest nicht wach. Ganz im Gegenteil. Deine Werte wurden schlechter, mittlerweile hast du durchweg gekrampft. Das so stark, das es dir die Augen aufriss. es war schrecklich dich so zu sehen. Es wurde Zeit.
Durch das Gericht wurde ich zur Bevollmächtigten ernannt und musste dann die Entscheidung treffen. Natürlich habe ich mich mit meiner Schwester, meinen Großeltern und Vater abgesprochen. Am 7. April habe ich dann mit dem Oberarzt gesprochen, das wir am nächsten Tag, die künstliche Beatmung abstellen wollen.
Dann war es soweit. Der 8. April 2026. Meine Schwester und ich sind Morgens in die Klinik gefahren, denn wir wollten bei dir sein, wenn der Beatmungsschlauch gezogen wird. 10.45 Uhr war es soweit. Dir wurde der Beatmungsschlauch gezogen und du bekamst nur noch etwas, damit die Krämpfe nicht ganz so stark sind. Alle anderen Medikamente, auch dein Insulin, wurden nach und nach runtergefahren und abgesetzt. Bine und ich blieben bei dir. Auch deine Mama kam nochmal, sie wollte dich nochmal ohne die ganzen Schläuche sehen, genau wie Vater.
Am späten Nachmittag gingen alle, außer Bine und ich. Wir blieben bei dir. Die ganze Nacht. die Krankenhausstühle waren unbequem und es war kalt. Du hast durchweg gekrampft und hattest ab und an Atemaussetzer. Aber es war keine Option dich alleine zu lassen. Am Morgen fuhren wir zu deinen Eltern. Wir haben uns etwas frisch gemacht und eine Kleinigkeit gegessen.
In der Zeit bekamst du ein eigenes Zimmer. Gegen Mittag waren wir wieder bei dir. Am Nachmittag kamen auch nochmal die Anderen. Du sahst an dem tag so friedlich aus, als würdest du nur schlafen. Also Oma da war, hast du auch weniger gekrampft. Als wenn du gespürt hast, das sie da war. Wir konnten uns alle nochmal von dir verabschieden. An dem Abend bin auch ich nach Hause gefahren. Bine blieb bei dir und wollte mir bescheid geben, sobald was ist.
10. April 2026 4.33 Uhr. Mein Telefon klingelt. Ich schaue verschlafen drauf. Bine ruft an. Ich stocke, ich wusste was es bedeutet. Ich ging ran, Bine weinte und sagte mir: Mama, hat es geschafft!… Wir weinten Beide. Ich sagte ihr, das ich mich auf den Weg mache. Ich weckte Kai und sagte ihm, das ich ins Krankenhaus möchte, da Mama eingeschlafen ist. Wir machten uns fertig und er fuhr mich ins Krankenhaus. Ich kam in das Zimmer, meine Schwester und ich fielen uns in die Arme und weinten. Dann ging ich zu dir ans Bett. Ich weinte sehr. streichelte dich, gab dir einen Kuss und sagte das es okay ist und das es dir nun besser gehen wird. Auch wenn wir dich sehr vermissen werden. Danach verließen wir dieses Zimmer und sind gegangen.
Mama! Du wirst immer ein Teil von uns sein. Du fehlst uns unheimlich. Mach`s gut. Ich liebe Dich!


